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 die Entchen kommen !

Heute ist der 19. Juli 1999. Eine gute und eine schlechte Nachricht gibt es - die gute zuerst: ich habe zwei gesunde Küken. Die schlechte: beim dritten Küken gab es Komplikationen und es sieht so aus als würde ich es verlieren.

Aber zunächst wie es dazu kam:

Nach einer Woche Kunstbrut ergab das Schieren der Eier, daß sich in drei der 13 Leben entwickelte, erkennbar an dem sich bildenden Adernetz im Ei. Die übrigen 10 Eier habe ich entfernt. In den ersten drei Tagen habe ich die Eier nicht behandelt, danach bis zum 18. Tag einmal am Tag gewendet, ab der zweiten Woche täglich für 20 - 30 Minuten gekühlt und mit Wasser besprüht. Etwa alle drei Tage mußte ich 150 ml Wasser nachfüllen, wichtig zur Erhaltung einer hohen Luftfeuchtigkeit im Brutapparat. Die Temperatur betrug während des ganzen Brutvorgangs zwischen 38 und 38,3 Grad Celsius.

Ich rechnete mit 30 Tagen Brutzeit, wie bei der Naturbrut vor einem Jahr. Am 25. Tag hörte ich aus einem der Eier ein deutliches Schaben und leises Piepen. Am 26. Tag piepte es aus einem weiteren Ei. Beim dritten öffnete sich die Schale in der Nähe des spitzen Endes, es kamen jedoch keine Piepgeräusche wie aus den beiden anderen Eiern. Am 27. Tag bildeten sich in Ei 1 die ersten Sprünge.

Heute, am Morgen des 28. Tages, war es so weit: beim Blick in den Brutapparat schaute mir ein eben geschlüpftes Küken entgegen! Ich ließ es, bis auf einen kurzen Fototermin, im warmen Klima. Nachmittags konnte ich den Schlupfvorgang des zweiten Kükens verfolgen: Es pickte die Schale am runden Ende ringsum auf, sprengte die Kappe mit einem Ruck ab und war knapp eine Minute später ganz draußen!

Leider ging es mit dem dritten Küken nicht glatt: es lag verkehrt im Ei, konnte deswegen auch die Luftblase nicht durchstoßen und frühzeitig mit der Lungenatmung beginnen. Durch das immer noch kleine Loch am spitzen Ende piepte es aber. Da seit eineinhalb Tagen nichts weiter geschehen war, entschloß ich mich um 17 Uhr, das Ei vorsichtig aufzupulen. Das Küken bekam den Kopf frei und schob sich aus dem Ei. Aber es war immer noch über die Nabelschnur mit dem Ei verbunden. Beim Herausschieben kam es zu einer Verletzung und zu einer heftigen Blutung.

Seit inzwischen 6 Stunden hängt das unglückliche Küken nun fest, ist stark geschwächt vom Blutverlust, zeigt aber immer noch schwache Lebenszeichen. Ich kann im Moment nichts anderes tun als die Nacht über abzuwarten.

Die beiden anderen sind inzwischen in einen Karton mit Einstreu, Wasser und Futter umgezogen. Sie trinken und picken bereits nach allem, was herumliegt. Über dem Karton steht eine 150-Watt-Infrarotlampe, die für eine Temperatur von 33° C sorgt. Diese Temperatur ist mindestens noch eine Woche notwendig.

Bild

das erste Küken, etwa 4 Stunden nach dem Schlupf und noch etwas feucht

Bild

trocken und putzmunter - das eine 15, das andere 5 Stunden alt

Heute ist der 20. Juli. Das Sorgenkind hat sich über Nacht vom Ei gelöst und schläft morgens ziemlich verklebt im Brutapparat. Ich nehme es heraus und lasse es in ein Handtuch gewickelt in der Hand trocknen. Der Bauchnabel ist dick geschwollen und verkrustet, ein Stück Nabelschnur hängt noch dran. Ich desinfiziere die Stelle. Als ich mit dem Küken am Karton der beiden anderen vorbeigehe, nehmen sie akustisch Kontakt auf. Das Kleine in meiner Hand wird lebendig und will zu den anderen. Ich setze es hinein. Anscheinend ist deren Lebensenergie ansteckend. Jetzt, abends, ist die Nabelschnur abgefallen und das Küken ist genauso quietschlebendig wie die beiden anderen. Wenn es keine Infektion bekommt, bin ich zuversichtlich, daß es durchkommt.

Wie es mit den Küken weitergeht, seht Ihr auf den sechs Bilderseiten.